EXIL MUSIK presents artists from around the world DISSIDENTEN 2010
EXIL Musik, Label und Musikverlag der Dissidenten, wurde 1983 gegründet und 1994 auch für andere Künstler (z.B. Rimitti, Geoffrey Oryema, Africando, Miriam Makeba und Wagner Pá geöffnet. Seit vielen Jahren operiert EXIL im globalen Netzwerk, unter anderem als deutscher Partner der Labels PUTUMAYO WORLD MUSIC, CUMBANCHA, SIX DEGREES Records und BLUE JACKEL ENTERTAINMENT /// EXIL Musik is an independent record label and music publisher founded in 1983 and still owned by Dissidenten. In 1994 Exil began to release selected albums by international artists such as Rimitti, Geoffrey Oryema, Miriam Makeba or Africando. EXIL is also the german partner for jazz- and worldmusic labels PUTUMAYO WORLD MUSIC, CUMBANCHA, SIX DEGREES Records, and BLUE JACKEL ENTERTAINMENT.

EXIL Neuheiten & Neuigkeiten
 

Novalima

01.08.2010 Würzburg - Hafensommer

 

Putumayo presents: Rock & Roll Playground
Rock ´n Roll Playground
Der Sound von “Around The Clock” für Kids
(16.07.2010)


Wer am 12. April 1954 auf die Welt kam, hat einen berühmten Zwilling: den Rock’ n Roll! Viele der damals Geborenen, die mit dem wilden Tanz aufgewachsen sind, haben dank Shake, Rattle and Roll bis heute das Kind in sich lebendig gehalten. Inzwischen bevölkern zwei neue Generationen den Planeten, doch Putumayo hat entdeckt, wie jung der Rock’n’Roll, dieses 56jährige Geburtstagskind geblieben ist: Ein ganzes Dutzend Künstler, darunter Koryphäen wie Neuentdeckungen, zeigt den Kids nach der kürzlich eröffneten Jazz-Spielwiese nun auch die Faszination der wilden Fünfziger, und beschwört zugleich in Eltern und Großeltern die Erinnerung an eine fantastische Zeit herauf. Bill Harley macht wie sein fast gleich lautender Namensvetter Morgenmuffel Feuer unter dem Hintern, Brady Rymer berichtet vom hüpfenden Tierreich voller Kängurus und Heuschrecken, Peter Himmelman erzählt von einem Kleinkind, das einen riesigen Lastwagen fährt und einen Jumbojet lenkt. Als Blueser auf dem Rock’n’Roll-Parkett macht Taj Mahal mit Linda Tillery eine gute Figur, Playground-Vertrauter Dan Zanes huldigt dem Rock’n’Roll-Derivat Twist, Charity verrockt mit ihrer JAMBand “Row Row Row Your Boat”. Auch Rhythm Child nehmen sich mit „Oh Susanna“ eines weltweit bekannten Klassikers an und die Texanerin Rosie Flores frönt dem Rockabilly. Auf einen fliegenden Rock-Teppich lädt Uncle Rock ein, Melissa Green lässt an der Bushaltestelle das Tanzbein schwingen. Und die fünf Papas von Starfish geben eine Geographiestunde,während Roger Day ruft mit „Dream Big!“ zur Realisierung der Kinderträume aufruft.

 
La Caravane Passe: Ahora In Da Futur

Wilde Balkan-Cybernauten aus Paris
(25.06.2010)

Schon mal was von dem Ort Plèchti gehört? Nein? Dem Missstand kann abgeholfen werden. Eine neue musikalische Karawane zieht in unsere Hörgänge ein und schlägt dort mit viel Brimborium ihre Zelte auf: Fetzen aus Französisch, Serbisch, Spanisch, Jiddisch und Englisch hört man da, ein turbulentes Gemisch, ganz wie die Musik dieser fünf Verrückten aus dem Pariser Untergrund, die seit 1999 die europäischen Tanzbretter aufheizen. Gypsy Roots vom Balkan und aus dem Mediterranen verzahnen sich in ihrem Nomaden-Unternehmen mit Ska und Chanson, ein wenig Punk-Attitüde, Roadmovie-Gitarren und Electro-Disco-Rock würzen nach. Voilà - und fertig ist das imaginäre Dorf Plèchti, das sich dank La Caravane Passe auf Ahora In Da Futur als Modellsiedlung für die Zukunft erweist!
Mit nonchalanter, oftmals fast gesprochener Ironie führt Toma Feterman durch die Texte, lässt sein pluckerndes Banjo glucksen und feuert seine Trompete mit wunderbarem Pathos an. Olivier "Llugs" Llugany steuert katalanische Seele anhand seiner Künste auf dem Fiscorn und der Bassposaune bei, Cyril "Zinzin" Moret verstärkt die Blasfraktion mit seinen feurigen Saxophonen. Kontrabasser Ben Body, in dem nordafrikanisches Blut fließt und Drummer Pat Gigon, der noch von seiner Energie als Ex-Rugbyspieler zehren kann, sorgen für ein wild pulsierendes Fundament.
Blinde Passagiere in Gestalt von Gastprominenz sind an Bord auch auszumachen: Maghreb-Haudegen RACHID TAHA hat sich genauso eingefunden wie die Balkan-Nachwuchsdiva ERIKA SERRE. Und mit dem ZIVELI ORKESTAR sowie dem jungen Trompeten-Champ MARKO MARKOVIC pusten viele frische Lungen aus der Serbenfraktion mit.

 
Luísa Maita: Lero-Lero
Intime Samba-Updates aus São Paulo
(18.06.2010)

Ein neues Talent aus São Paulos kreativem Laboratorium, das uns schon mit Céu, Cibelle und Mônica Salmaso überrascht hat. Luísa Maita aus dem Vielvölker-Barrio Bexiga verzaubert mit intimem, swingendem Samba-Flair und leichtfüßigem Songwriting. Eingewoben in ihr Großstadt-Tagebuch sind exotische brasilianische Stile wie der Baião aus dem Nordosten, Capoeira-Rhythmen und Inspirationen von João Gilberto bis João Bosco. Dazu treten ihre Vorlieben für die Vocals von Billie Holiday und die Coolness eines Chet Baker sowie gemächliche Electronica-Tupfer. Für ihre Debüt-CD Lero-Lero sicherte sie sich einige der angesagtesten Leute der Neo-Sambista-Szene von S.P., allen voran die beiden Produzenten Paul Lepetit und Rodrigo Campos, die mit Bass, Programming, Gitarre, Ukulele und Percussion den Kern der Band bilden. Exquisite Gastmusiker, unter ihnen Sangeskollegin Mariana Aydar oder Chico César-Partner Swami Jr. bereichern die Textur. Lero-Lero spiegelt das urbane Leben in São Paulo wider, berichtet von Alltaggeschichten aus den Arbeitervierteln, erzählt vom Zusammenhalt der Community, von verliebten Drogendealern, von der Schönheit hinter den grauen Mauern. Mit elf eleganten Elektroniksamba-Perlen verzaubert die junge Paulista, die schon bald auf Augenhöhe mit ihrer Stadtschwester Céu singen könnte.

 

Putumayo presents: South Africa

Klingender Kosmos der Regenbogen-Nation
(14.05.2010)

Südafrikas Geschichte ist in den letzten 50 Jahren von einem Soundtrack begleitet worden, der auch mit international klangvollen Namen gespickt war: Solomon Lindas "Mbube", Miriam Makebas "Pata Pata" und Hugh Masekelas "Grazing In The Grass" sind allerdings nur die Spitze des Tafelbergs in einer unendlich reichen und diversen Klanglandschaft, die sich aus Township Jive, Zulu- und Xhosa-Roots, lautmalerischen Stilen zwischen Tradition und Pop wie Kwela, Mbaqanga und Marabi zusammensetzt. Ein Kosmos, der sich mit den umgebenden Kulturkreisen aus Simbabwe, Swaziland, Botswana, Lesotho vernetzt zeigt und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zuletzt durch die emigrierten Musiker auch immer wieder Verbindungen zur US-Szene etablierte - und der heute mit urbanen Neuschöpfungen wie dem Kwaito und jazzigen Experimenten voranschreitet. Putumayo begibt sich auf eine entdeckungsreiche Rundreise - zwanzig Jahre nach der Apartheid in der fiebrigen Vorfreude auf die Fußball-WM. Mit den Soul Brothers, Miriam Makeba und dem Soweto Gospel Choir sind große und legendäre Namen vertreten. Eine Supergruppe, die Talente des ganzen südlichen Afrikas bündelt, stellt sich mit Mahube vor, deren Leader Steve Dyer und Frontsängerin Phira Mtya auch solo einen Track beisteuern. Als Unsung Hero der weißen Anti-Apartheid-Bewegung kommt der bereits verstorbene Johannes Kerkorrel zu Wort, Nibs van der Spuy steht für die neue weiße Songwriter-Generation. Ein politisch engagierter Reggae-Jünger ist mit Zoro am Start, Rap und Zulu-Roots koppeln BLK Sonshine. Munterer Afropop kommt von Kaya aus Bloemfontein und die nachbarschaftlichen Bande zu Swaziland führt Bholoja vor Ohren. Der perfekte Vorgeschmack auf den ereignisreichen Fußball-Sommer: Die Sounds zwischen Soweto, Kapstadt, Kwa-Zulu und Swaziland sind so spektrenreich wie die Menschen der Regenbogennation im Jahre 2010.

 

Sierra Leone`s Refugee All Stars: Rise And Shine

Mit Roots und Reggae gegen das Trauma
(23.04.2010)

Aus der größten Not entstehen oft großartige musikalische Ereignisse: Sierra Leone, an der Westküste Afrikas gelegen, gebeutelt durch einen schrecklichen elfjährigen Bürgerkrieg, hat eine Gruppe hervorgebracht, die ihre Zeit im Exil und ihren mutigen Neuanfang in der Heimat musikalisch dokumentiert. Die Refugee All Stars beweisen, dass eine packende Synthese aus westafrikanischen Roots und Reggae helfen kann, den Horror des Krieges und die Wunden der Vertreibung zu heilen. Dazu sind die Musiker um den charismatischen Songwriter Reuben Koroma für das zweite Album zu ihrer bislang abenteuerlichsten Reise aufgebrochen: Nach anfänglichen Sessions in Sierra Leones Kapitale Freetown wurden die Aufnahmen in New Orleans fortgesetzt, wo sich die Musiker unter der Regie des renommierten Produzenten Steve Berlin (Los Lobos, Angélique Kidjo, Ozomatli) im Piety Street Recording Studio trafen. Herausgekommen ist Rise & Shine, ein zweites wunderbares Statement von unbeugsamem Überlebenswillen und Hoffnung auf die Zukunft. Die dreizehn Tracks leben von dynamischer Vielfalt und einer ganzen Palette von Stimmungen: Zuweilen reicht den All Stars das rhythmisch ansteckende Pluckern eines dumpfen Daumenklaviers oder treibende Trommeln, um ihre seelenvollen Chöre darüber zu erheben, dann wiederum sammelt sich die transkontinentale Bandpower zwischen Freetown und New Orleans zu swingenden Reggae-Tunes, die Takt für Takt ins Ohr gehen. Ausflüge in den Soukous, akustische Einlagen des Gitarristen Franco, die Würze kreolischer Horns und die relaxte, bittersüße Atmo von Palmwine Music komplettieren den runden Sound des Albums. Auch auf ihrem Zweitling geben die Refugee All Stars ein bewegendes Zeugnis des unerschütterlichen Hoffnungsbringers Musik ab. Flankiert wird der Release von Zach Niles und Banker Whites Film über die Band. Die beiden Regisseure hatten die Musiker für ihre eindrucksvolle, preisgekrönte Dokumentation über einen langen Zeitraum begleitet. Aus Sierra Leones Ruinen von Grauen und Verzweiflung ist eine positive Revolution entsprungen.

 

Putumayo presents: Latin Party

Latin PartyFunky Son, coole Cumbia und sonniger Boogaloo
(08.04.2010)

Von Anfang an war die Abteilung Latin-Sounds ein ganz besonderes Steckenpferd der Kompiler von Putumayo. Viele Scheiben des bunten Labels haben ihren festen Platz in den Herzen, Ohren und Füßen der Labelfans: Sei es der Dauerbrenner Cuba, der absolute Publikumsrenner Latin Lounge, die Music der Coffee und Chocolate Lands, die Rundreise Salsa Around The World oder der Querschnitt durch den Reichtum der Musikszenen von Colombia und Puerto Rico. Nun geht die Latin Party weiter – mit einem Rundumschlag durch so ziemlich alle Stile, die zwischen Caracas und Havanna, zwischen New Yorks Spanish Harlem und den Latin Quarters von Paris und London siedeln. Alte Vertraute sind genauso in den Startblöcken wie grandiose Neuentdeckungen aus New York und Nantes, aus L.A. und Medellin, aus Corpus Christi und Bogotá. Der kubanische Sunnyboy Raul Paz, der Latin-Funk-HipHop-Schmelztiegel von Yerba Buena aus New York und der Ska-Son-Hybrid von Ska Cubano sind uns immer wieder willkommen. Ska und Afro-Kuba wird von den Coffee Makers aus Medellín nochmals schlagkräftig vereint. Mit den Brooklyn Funk Essentials und dem Quantic Soul Orchestra werden zwei unorthodoxe, elektrisierende Boogaloos aufs Parkett gelegt. Luis Mangual hält das Erbe der Fania All Stars in Spanish Harlem in Ehren, Mas Bajo betreiben von Nantes aus einen multikulturellen Funk-Salsa, während sich die Peruanerin Cecilia Noël gar als Salsa-Punkerin sieht. Mit Fruko lädt ein Veteran zur Cumbia, während seine kolumbianischen Nachfolger vom Orquesta Lo Nuestro frisches Blut in die Salsa Columbiana bringen. Und die ominöse Latin-Funk-Combo Ozomatli hat sich mit A.B. Quintanilla III und seinen Kumbia Kings musikalische Brüder in Texas auserkoren.
Einmal mehr ist es Putumayo gelungen, ein Schatzkästlein der grenzenlosen Latino-Welt auf drei Kontinenten zu öffnen.

 

Manou Gallo: Manou GalloLowlin

Akustische Vollendung der Ausnahme-Afropäerin
(01.04.2010)

Wir kennen sie als extrovertierte Powerfrau mit funky Bass und Trommeln. Auf ihrem dritten Werk verblüfft die Ivorerin 2010 nun mit einem fast konsequent akustischen Weg voll kammermusikalischer Finessen und intimer Grundhaltung. Dafür hat sie ausgefeilte, durch und durch weibliche Chorsätze entwickelt, die sie mit ihren long time companions, der Dänin Lene Noorgaard Christensen, der Ex-Zap Mama-Mitstreiterin Sabine Kabongo und niemand geringerem als dem burundischen Soulstar Khadja Nin gestaltet. Die ruppige Dynamik ihres E-Basses weicht oft einem runden, souveränen und sanglichen Wohlklang, die Macht der Trommelsprache ist clever und dienend ins Gesamtgeschehen eingebettet. Das Ergebnis liefert einen Ton, der weitaus verhaltener ist als auf den beiden ersten CDs, ein Timbre, das subtiler und vielschichtiger von der Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Afrika und Europa erzählt, die Manou Gallos eigene, gelebte Biographie ist. In das stimmige Gesamtkonzept passen viele Facetten: Softe Reggae-Riddims, akustische Soulqualitäten, afrikanisch getränkte, instrumentale Chamber Music und die für Manou Gallo so typischen Acappella-Intarsien. Sie wartet mit melancholischen Gitarren- und Pianoballaden auf, mit arabischer Flimmerhitze und einer zärtlichen Reverenz mit Latin Flair an ihre musikalischen Anfänge. Von der Miss Dynamite hat sich Manou Gallo zur reifen afropäischen Lady mit neuer Innerlichkeit gewandelt. Ein akustischer Meisterstreich, der zwischen chorschwangerem Kammerpop und westafrikanischen Traditionen schwingt. 

 
Razia: Zebu Nation

Sanft aufrüttelnder Globalpop vom achten Kontinent
(12.03.2010)

Groovende Dreierrhythmen, charakteristische Boxgitarren und Röhrenzithern - Madagaskars Musikwelt ist einzigartig. In der Musik von Razia Said, der neuen Enthüllung der Discovery-Reihe von Cumbancha, dient sie zudem als Basis eines ökologisch und sozial engagierten, global ansprechenden Pop-Klangs. Mit ihrem zweiten Album Zebu Nation ist der schönen Kosmopolitin ein naturbewusster Folkpop gelungen, der auf sanfte Weise aufrüttelt und daran appelliert, die Hoffnung nicht zu verlieren. Während einer sechswöchigen Reise in ihre Heimat entwickelte die Weltbürgerin, die in Gabun, Ibiza, Milano, New York und Brüssel gelebt hat, das Konzept. Auf den Erkundungsfahrten über die Insel macht sich ein Schock über den Ausmaß der Umweltzerstörung unter den Bandmitgliedern breit. Und so wurde das Album, in dessen Titel sich das Nationalrind, das Zebu, versteckt, zu einem klingenden Appell: Razias Songs, die über die brennenden Wälder berichten, den Aufschrei der Bäume und Tiere in innige Balladen kleiden, direkt mit der Sonne Zwiesprache halten und ein unstillbares Heimweh nach der üppigen Natur zum Ausdruck bringen, sind ein Manifest, das nicht moralinsauer, sondern mit ohrwurmiger Popattitüde den Finger auf die Wunden legt. Ein folkig-transparenter Pop mit jazzigem Vokabular und traditionellen Tönen, mit verspieltem Akkordeon, galoppierender Perkussion und kompakten Chorsätzen. Journalisten vergleichen ihn jetzt schon mit der Musik von Sade und Susheela Raman.

 
Putumayo presents: Jazz Playground

Swingende Miniaturen für kleine Menschen
(05.03.2010)

Jazz ist schon lange vom Klischee der verrauchten Keller und bräsigen Oberstudienräten abgerückt. In Amerika, aber auch europäischen Ländern, in Australien, selbst in Afrika und Fernost können jazzige Sounds heute dazu dienen, Zusammenhörigkeitsgefühle und Musizierlaune auch unter Kindern zu fördern. Von Swing über Bebop bis hin zu Latin Jazz hält diese bunte Sammlung dreizehn Miniaturen für kleine, aber auch große Menschen bereit, die spielerisch und spielfreudig in die Jazzwelt einführen - nicht mit erhobenem musikpädagogischem Zeigefinger, sondern mit augenzwinkernden Geschichten und lautmalerischen Texten. Und mit einer bunten Palette an Sounds: Anleihen an den Gypsy Swing sind bei Lewis Franco oder Chris McKhool zu hören, New Orleans-Flair bei Ingrid Lucia, in den Latin Jazz geht es mit José Conde, auf afrikanisches Terrain mit Selloane und Famodo Dioubaté. Volkslieder und Nursery Rhymes werden von Triocéphale, Barbara Morrison, Oran Etkin und Charanee Wade verjazzt. Als Bigband für Kids und als Multiinstrumentalisten präsentieren sich Kinderjazz und The Mighty Buzzniks aus Australien, die Holländer Trapperdetrap benötigen nur drei Musiker, um ihre witzigen Lieder für die Kleinen vorzustellen. Brasilianische Bossa-Laune steuert Gui Tavares bei, während Modern Conya nach Fernost entführen.

 

Putumayo presents: Rhythm & Blues

Delta-Helden, Soulqueens und Rare-Groover
(08.02.2010)

Selten gab es in der Musikhistorie einen Terminus, der so grotesk gedehnt wurde wie “Rhythm And Blues“ nebst seinem Kürzel R&B. In den 1940ern tauchte er erstmals auf, als Sammelbenennung für Boogie Woogie, Bigband-Sounds und Jump Blues auf, die bis dato allesamt unter der diskriminierenden Bezeichnung Race Music liefen. Rhythm & Blues wurde die Blaupause für den Rock’n’Roll der Weißen und zusammen mit dem Gospel auch ein Vorläufer all jener Stile, die ab den frühen Sechzigern als Soul und Funk bezeichnet wurden. In den letzten Jahren hat sich R&B nun nicht nur als Oberbegriff für die hiphop-betonte Musik der Charts durchgesetzt. Es ist nun auch wieder eine blühende Retro-Szene entstanden, die von Küste zu Küste die „alten Werte“ mit funkigen Bläsern, dreckigen Vocals und analoger Aufnahmetechnik auferstehen lässt. Putumayo begibt sich auf die Spuren des klassischen R&B und legt dabei spannende Brückenschläge durch die Dekaden offen. New Orleans offenbart sich dabei mit der kürzlich verstorbenen „human jukebox“ Snooks Eaglin, dem singenden Kapitän Rockie Charles und der gereiften Soulqueen Irma Thomas als besonders fruchtbar. Aus Texas tragen die soulige Lavelle White und die gospelgetränkte Ruthie Foster zum R&B-Spektrum bei. In die gloriose Southern Soul-Ära von Stax führen die Emotions zurück, ebenso wie die Legende Sam Moore, die sich mit Bluesman Keb’ Mo und HipHop-Soulstress Angi Stone zusammentut. Noch weiter zurück, zu einem Song von Sam Cooke, führt uns Catherine Russell. New York ist mit der Funk Queen Sharon Jones und ihren knackigen Dap-Kings, sowie den erfahrenen Sessionleuten von Cracked Ice vertreten. Und auch Übersee hat mit Retro-R&B Erstaunliches beizutragen: Einmal mit dem ganz wurzeltreuen Waliser James Hunter, zum anderen mit dem Rare-Groove-Flair des Quantic Soul Orchestras.

 

Kailash Kher & Kailasa: Yatra: Nomadic Souls

Seelenvoller Indo-Folkpop
(22.01.2010)

Der Bollywood-Hype der letzten Jahre scheint spürbar abgeebbt. Doch genau in dieses Vakuum hinein explodiert die charismatische Stimme eines Mannes, der uns schlagartig vor Ohren führt, wie viel größer als die Filmstudios von Mumbai die indischen Klangrealitäten sind - und wie sie doch Takt für Takt hitverdächtig bleiben können. In Kailash Khers Stimmkunst, die in der Heimat sowohl in Diensten des Bollywood-Moguls A. R. Rahman stand als auch von einem millionenfachen Publikum aus dem Pop-Lager, den Folk-Zirkeln und der Sufi-Musik verehrt wird, entdeckt die heimische Presse immer wieder Ähnlichkeiten zum großen Nusrat Fateh Ali Khan. Dank seiner ersten internationalen Scheibe Yatra: Nomad Soul lässt sich nicht nur dieser durchaus berechtigten Vergleich nachhorchen. Denn mit seiner Band Kailasa hat der Shooting Star Indiens all die Qualitäten gebündelt, die ihn über die ritualisierte Bollywood-Welt hinausheben. Die 14 Tracks speisen sich aus teils über 600 Jahre alten Sufi-Chants, aus Rhythmen der Gypsys von Rajasthan, den unverwechselbaren Tänzen des Punjab und einer Menge anderer regionaler Ingredienzien der devotional folk music. Dieser traditionelle Humus wird mit einer kräftigen Dosis Neuzeit gedüngt, mit Pop, Rock und Reggae - eine Mélange, die Kailashs Musik für die indische Jugend so attraktiv macht. "Eine universelle Sprache, die das Herz jeden menschlichen Wesens auf diesem Planeten erreicht" - dieses nicht ganz bescheidene Ziel formulierte Kailash Kher auf MTV für sein internationales Werk. Es ist dem kleinen Mann mit der großen Stimme fast spielerisch gelungen.

 

Rupa & The April Fishes: Este Mundo

Gypsy Swing, Chanson und Cumbia:
Rupas 2. Welttheater
(13.11.2009)

Die Direktorin des globalen Musikzirkus ist zurück - nach einer wirbelnden Tournee rund um den Erdball heißt es Vorhang auf für ein neues klingendes Welttheater! Rupa Maryas zweites Werk jongliert zwischen Gypsy Swing-Atmo, kräftigen Chanson-Anstrichen, leichten Cumbia-Anflügen und indischen Vibrations. Die Indo-Amerikanerin vertraut erneut auf die weltgewandten Musizierqualitäten ihres verrückten Quintetts The April Fishes, in eine schlüssige Klangphilosophie gebündelt von Tom Waits' Meisterproduzenten Oz Fritz. Neben Akkordeon, Trompete, Bass, Drums und Gitarren bereichern Saxophone, eine Klarinette, Tabla-Beats, ein brasilianischer Musikbogen und eine indische Flöte die Textur, in der auch etliche Feldaufnahmen lauern - von den Rufen eines Eisverkäufers über Regen und Donner bis hin zum Sound einer alten Filmvorführmaschine. Die Aprilfische machen Platz für sage und schreibe Auftritte von zehn special guests: Solche gibt es vom Tin Hat-Trompeter Ara Anderson, dem serbischen Bassisten Djordje Stijepovic und dem Rapper Boots Riley. Ihre spannenden Geschichten erzählt Rupa nun verstärkt in spanischer Zunge: Immer wieder thematisiert sie die Grenze zwischen den USA und Mexiko, die sich - im wahrsten Sinne des Wortes - als kleine rote Linie durch das Album zieht. Sie berichtet von den tödlichen Wanderungen der Wirtschaftsflüchtlinge im Niemandsland und von Verstrickungen unserer Seele in den Ängsten vor dem Tod und vor der Freiheit des Lebens. Sie beichtet uns eine große Liebe, die zerbricht, und sie findet Trost in der Anrufung des Mondes. Ein Elefant ist einem Poem von Krishnamurti entfleucht und zieht auf der Erkundung der Wahrheit durch den Dschungel. Der persische Sufi Hafez hilft ihr bei der Suche nach dem Licht, und ihrem ganz persönlichen Idol Pablo Neruda hat sie einen fiktiven Dialog auf die Feder geschneidert. Este Mundo erzählt von der Welt als einem Ort, der voll von verrückten Augenblicken ist. Die staubige Wüste und der Sternenhimmel über ihr, ein Elefant als Zerstörer und Erleuchter, die einende und entzweiende Kraft der Liebe - all dies wird in einem polyglotten Spektakel zwischen Gypsy-Flair, Latin Moods und östlicher Philosophie gefeiert.

 

Brownout: Aguilas And Cobras

Kochender Soulfunk mit Latino-Seele
(13.11.2009)

Die Zeiten des konfektionierten Souls und der glatten R&B-Sounds sind endgültig vorbei. Der raue Funk, der wirklich seelenvolle Soul drängen auch mit neuen Bands ins Hörbewusstsein. Was Retro war, wird progressiv - und kaum zeigt sich dies irgendwo so überwältigend, wie im Sound des Oktetts Brownout aus dem texanischen Laredo. Die zeitweilige Backing Band von niemand geringerem als Prince klingt in der Tat, als würde die Entourage des Godfathers of Soul mit den Heroen des kalifornischen Chicano-Rock eine fulminante Party feiern. Hitzige Gitarrenriffs, pneumatischer Bassdruck und zupackende Drums legen eine funky Konsole hin für einen massiven Bläsersatz von Baritonsax über Posaune bis Trompete, der trotz aller Wucht noch flexibel und virtuos bleibt. Gewürzt mit feinfingrigen Conga-Attacken sorgen irrlichternde Orgeln und cinematische Streicher für flirrende Psychedelik-Atmo, und die spanischen Vocals entführen wahlweise in ein East Harlem aus dem Jahre 1968 oder ins hippie-eske Kalifornien. Bei alldem wirken die Ideen dank ausgereifter Arrangierkunst bis hinein in die Streicherabteilung sehr zeitgenössisch. Mit ihrem zweiten Werk schieben Brownout die Tugenden der wilden Sechziger und psychedelischen Siebziger von New York über Texas bis zur Bay Area mit einem überwältigenden Bigband-Sound in die Zukunft.

 

Putumayo presents: A Family Christmas

Pfiffige Weihnachtshits für Groß und Klein
(06.11.2009)

Zum Fest der Liebe rücken Groß und Klein musikalisch zusammen. Ob zur Dekoration des Baumes, zur Bäckerei in der gewürzschwangeren Küche oder zum Einpacken der Geschenke: diese 11 liebevollen Miniaturen, die beliebte Christmas-Songs aus den USA mit einem pfiffigen Extra aus Pop, Country und Jazz verzieren, entfachen mit Elan Winter- und Weihnachtslaune. Der Country-Star Deana Carter wandert durchs "Winter Wonderland", Genre-Kollege Leon Redbone lässt es schneien, Sam Bush nimmt zur Schlittenfahrt die Mandoline mit und "Frosty The Snowman" wird bei Lars Edegran in New Orleans lebendig. Weihnachtsgrüße sprechen der soulige Martin Sexton genau wie die folkige Kate Rusby aus und während Johnny Bregar und Big Bad Voodoo Daddy Santa Claus willkommen heißen, tanzt er mit der Christmas Jug Band, Angela Strehli und Maria Muldaur gar einen Boogie Woogie. Die Brave Combo schlägt einen überraschenden Bogen von Texas in den Barock und Debbie Davis trägt Christmas-Atmo mit ihrem Gatten Matt Perrine sogar nach Hawaii.

 

Putumayo presents: Jazz Around The World

Swingende Globalfamilie
(23.10.2009)

Jazz ist wohl das universelle Musikgenre schlechthin auf unserem Planeten. Sein Weg von New Orleans nach New York und Chicago wäre undenkbar gewesen ohne die Verwurzelungen auf dem afrikanischen Kontinent. Von den USA hat er sich zügig in die karibische Welt ausgebreitet und Brasilien infiziert, zum Kap wurde er in die Townships rückimportiert, in Europa fand er Eingang in die Sounds der Gypsies. Putumayo reflektiert die weitverzweigte Historie des Jazz über alle Kontinente hinweg. Mit Chanteuse Chantal Chamberland machen wir Station in Montreal, der Stadt eines der größten Jazzfestivals, Niuver baut eine gehauchte Brücke von Kuba nach Paris, nicht minder elegant ist der Kameruner Blick Bassy. Mit westafrikanischen Harfen-Klängen geleitet das Kora Jazz Trio den Buena Vista-Hit "Chan Chan" in den Sahel, die verführerische Heather Ridgon gibt sich "Young and Naive", und der kosmopolitische Berber Kad Achouri lehnt sich jazzy in sein zerwühltes Bett zurück. Sherele bringen den Klezmer mit Improvisationstugenden nach Mexiko, Kataraina Pipi huldigt in Neuseeland dem Hawaii-Jazz und Kélétigui Diabaté verlegt die "Summertime" von Gershwin mit Landsmann Habib Koité an den Niger. US-karibische Verbrüderung zelebrieren Billy Cobham und Asere, Hugh Masekela schließlich stellt mit dem Sänger Malaika einen seiner Schützlinge vor. Verblüffend wie weitverzweigt die swingende Globalfamilie ist: Im Jazz-Idiom trifft Montreal auf Mittelmeer, Polynesien auf Westafrika, Paris auf Mexiko und Johannesburg auf New Orleans.

 

Céu: Vagarosa

Tropische Vokalkosmonautin
(16.10.2009)

Brasilien, das waren Samba und Bossa Nova aus Rio, Axê aus Bahia und vielleicht noch ein wenig Forró aus Recife. Doch seit 2007 können wir sagen: Brasilien, das ist auch Céu. Die 29jährige Céu hat mit ihrem Debütalbum der Megapolis São Paulo ein Gesicht gegeben, ein schönes und sinnliches, und vor allem eines, das die Zuckerhut-Stereotypen kräftig durcheinandergewirbelt hat. Ihre clevere Mixtur aus Samba-Poesie,Triphop und Electronica hat nicht nur das fade gewordene Brazilectro-Fach aufs Altenteil geschickt, sie hat auf ihrem Erstlingswerk auch aufscheinen lassen, wohin der Brasil-Pop zwischen souligem Retro und erotischem Futurismus im 21. Jahrhundert gehen kann. Auch auf ihrem zweiten Werk verblüfft die schöne Frau aus Brasiliens größter Stadt von Grund auf: Vagarosa ist ein verspielt-erotischen Ohrenkino, ein süffiger Soundtrack mit vielerlei Ecken und Kanten, in denen sich akustische und elektronische Variablen elegant zu einem organischen Gewächs empor winden: Anachronistische Keyboards und Orgeln wie aus einem Science Fiction der Siebziger verzwirbeln sich mit Scratches, mit Dub- und Reggae-Riddims, ein wenig Surfrock blitzt in den Stromgitarren auf, eine Jazztrompete stolziert über Rockdrums, eine verlorene Melodica hallt durch den Raum. Sogar ein wenig zurückgelehntes Chanson-Feeling kommt auf und purer Samba aus dem Hinterhof hat durchaus auch noch sein Plätzchen. Im Auge des Geschehens residiert Céus bezaubernde Stimme, als tropische Vokalkosmonautin in Szene gesetzt, fruchtig zu Chören gestapelt oder mit mysteriösen Soulanwandlungen durch die Strophen führend, die von Liebeslyrik in allen Schattierungen erfüllt sind. Mit dem Raumschiff in den Dschungel: Die neue Welt der Céu klingt wie ein futuristischer Ausflug auf einen tropischen Planeten mit wunderlichen Kontinenten zwischen Psychedelic-Rock, Samba und Lounge.

 

Putumayo presents: España

Iberischer Panoramablick: Mestizo-Magie, Rumba-Rock und Kelten-Folk
(25.9.2009)

Die Zeiten, in denen spanische Musik mit Flamenco gleichgesetzt wurde, sind endgültig überwunden. Zum Glück: Denn schade wäre es um die vielen Klangfacetten zwischen Pyrenäen, Kap Finisterre, Barcelona, Valencia und der Extremadura. Putumayo nimmt uns mit auf einen Streifzug durch die klingende Topographie Iberiens, durch urbane Zwischentöne genau wie durch rurales Gelände. Peret zeigt mit weit jenseits der Siebzig, dass er noch genauso knackig die Rumba Catalán draufhat wie einst in den 1960ern. Gertrudis und Burguitos offenbaren, wie reich sich die Mestizo-Szene auch in der zweiten Reihe hinter Manu Chao und den Ojos de Brujo präsentiert, deren Ex-Bassist JuanLu mit dem neuem Projekt Calima ebenfalls im Aufgebot steht. Um das Mestizaje-Bild nach Madrid zu erweitern, sind auch Combolinga dabei, und bei Gossos und ihrem Gastsänger Dani Macaco weiten sich die neuen Töne aus Barcelona hin zum Rock, der auch mit Star-Rockeiro Gecko Turner am Start ist. Ruhigere Songwriter-Töne kommen vom Basken Xabier Lete, der genauso für kulturelle Eigenständigkeit eintritt wie Galiciens Uxía, die ein paar kreolische Töne einflicht. Jairo Zavala alias Depedro schlägt schließlich eine Brücke zu den Wüstenrock-Heroen Calexico in Arizona, und Aragons Biella Nuei führen vor, wie peppig eine Volkskultur auch heute klingen kann.

Ein Teil aus den Verkaufserlösen von España geht an Intermón Oxfam, den spanischen Zweig der Hilfsorganisation Oxfam International.

 

Sarazino: Ya Foy!

Der Äquator ruft zur Welt-Party
(25.09.2009)

Quito ist auf den ersten Blick vielleicht kein Ort, von dem man sich großartige Impulse für eine globale Popmusik erhoffen würde. Doch mit dem Algerier Lamine Fellah alias Sarazino beherbergt die 3000 Meter hoch gelegene Stadt einen ausgesprochen pfiffigen Musiker, der in dieser dünnen Luft allem Anschein nach sehr gut zurecht kommt. Er fügt dort Latin-Kolorite, Reggae, Rock, afrikanische und arabische Rhythmen und Gesangslinien zu einem Pop von Welt mit anspruchsvollem und genauso eingängigem Charakter. Mit seinem dritten Wurf stellt er sich als zweiter Repräsentant der Discovery-Serie von Cumbancha vor. Ya Foy! summiert die globalen Erfahrungen, die der Diplomatensohn zwischen Constantine, Burkina Faso, Montreal und seiner neuen Heimat Ecuador gesammelt hat: Da kommt astreiner Roots Reggae zum Zuge, der durch Gaststar Toots Hibbert von Toots and The Maytals den authentischen Segen bekommt. Schwarzafrikanische Farben sind mit Revelino Aguidissou vertreten, einem Beninois, den es wie Lamine nach Quito verschlagen hat. Exzellente Gitarrenarbeit liefert Ecuadors Saitenkoryphäe Pablo Estrella und latinisiertes Toasting steuert Blanquito Man von der international gerühmten Ska-Combo King Chango aus Venezuela bei. Zur cleveren Pop-Rafinesse treten bissige und integre Texte: Sarazino klagt Kriegstreiber an, analysiert die revolutionären Umtriebe Lateinamerikas, er erzählt feine Love-Stories und ruft zum weltumspannenden Zusammenhalt auf.

Von seiner hochgelegenen Wahlheimat Quito blickt Sarazino hinunter auf den Erdball und lädt zu einer World Party ohne Scheuklappen aus Reggae, Afro-Pop und Latin-Rock. Ein packendes Reisetagebuch von Algerien bis in die Anden.

 

Kimi Djabaté: Karam

Manding-Meisterwerk mit kreolischer Eleganz
(28.8.2009)

Cumbancha, das derzeit erfolgreichste Weltmusiklabel, eröffnet seine neue Discovery-Serie mit einer Überraschung aus Guinea-Bissau: Kimi Djabaté offenbart als Balafon- und Kora-Meister sowie als charismatischer Sänger spannende Facetten einer westafrikanischen Tradition. Der Sprössling aus einer Griot-Familie lässt in 15 kleinen Song-Kunstwerken glitzernde Gitarren- und Kora-Sounds schillern, bietet hypnotische Balafon-Grooves und geht mit charismatisch-melancholischen Vokal- und Chorpassagen tief ins Herz. Die Inspiration aus seiner Vergangenheit würzt er gekonnt mit dezenten Prisen aus einem swingenden akustischen Afro-Pop. Würdevoll schreitende Balladen mit dem ruhigen Puls der Sahel-Sounds, akustische Saitenintermezzi à la Ali Farka Touré, klickende E-Gitarren aus rumba-inspirierter Tanzmusik begegnen in seinem Universum, innehaltende, meditative Passagen stehen packenden Bandarrangements mit polyrhythmischem Reichtum gegenüber. Und auch die Lyrics in fünf Sprachen besitzen große Bandbreite: Sie appellieren an die Kraft der Erziehung, erzählen vom Leid der Bevölkerung unter korrupten Machthabern, und sie rufen zum Kampf gegen Krieg und Armut, gegen die Abhängigkeit von Europa und für Menschenrechte auf. Zwischen den Manding-Traditionen und kreolischer Eleganz, zwischen der Reflektion sozialer Realität und fröhlicher Feier der westafrikanischen Seele knüpft Kimi Djabaté einen mutigen und zugleich mühelosen Bogen vom Atlantik in die Savanne.

 

Putumayo presents: Brazilian Café

Würzig-süße Samba- und Bossa-Sinnlichkeit
(31.07.2009)

Brasiliens berühmtester Nationalheiliger ist der Cafézinho, jener starke, süße und würzige kleine Kaffee, dem gleich mehrmals am Tag gehuldigt wird. Es ist kein Zufall, dass der Mega-Hit des Landes, die "Garota de Ipanema" in einem Café, nämlich der berühmten Veloso Bar an Rios weltbekannter Strandmeile ersonnen wurde. Und wer in Brasilien auf spontane Sessions stoßen will, der ist gut beraten, es sich an einem kleinen Plätzchen gemütlich zu machen, an dem der kleine Schwarze ausgeschenkt wird. Putumayo hat auf Brazilian Café, der vierten CD in ihrer erfolgreichen und heißbegehrten Kaffee-Serie, die schönste Begleitmusik zum Cafézinho zusammengestellt, wohl dosiert zwischen starken Legenden und würzigen Entdeckungen - und ein Rezept für den Pavê, das feine Kaffee-Dessert, gibt es gratis dazu. Legenden wie der Braziljazz-Poet Djavan und die innovative Sambista Rosa Passos erbieten dem Café ihre Reverenz, und aus Paris schaut der intime Bossa-Lyriker Márcio Faraco vorbei. Teresa Cristina, Ana Costa und Arranco de Varsóvia künden vom vibrierenden Samba-Revival Rios, aus Bahia grüßen die Entdeckungen Carlinhos Cor das Aguas und Alexandre Leão. Kristallklare Vokallinien sendet Ceumar aus São Paulo in die Gehörgänge und ihr männlicher Kollege Toco aus der gleichen Metropole steht ihr an Luftigkeit nicht nach. Aus dem Bossa-Außenposten Paraná schickt Marcia Salomon ein Karnevalliedchen, und mit Katia B. dürfen wir erfahren, dass sich der Café-Genuss auch mit leicht elektronischen Beigaben keineswegs trübt. Putumayos vierte unwiderstehliche Reise durch die kleinen Cafés und Bars offenbart die poetische Seele Brasiliens mit leichter Bossa-Eleganz, erdigem Samba-Charme und feingesponnener Lyrik.

Ein Teil aus den Verkaufserlösen von Brazilian Café geht an Terra dos Homens. Die brasilianische Vertretung der weltweiten Organisation terre des hommes setzt sich für gesellschaftlich benachteiligte Familien ein. Durch die Wertschätzung und Stärkung dieser Familien soll ermöglicht werden, dass der Nachwuchs seine Chancen besser erkennen und verwirklichen kann. Terra dos Homens arbeitet auch an der Reintegration von Straßenkindern in Rio und legt besonderes Gewicht auf die Bekämpfung von häuslicher und sexueller Gewalt. www.terradoshomens.org.br

 

Putumayo presents: Picnic Playground

Welt-Spielwiese für Gaumen und Ohren
(31.07.2009)

Mit einer ganz besonderen Spezialitäten-Platte führt Putumayo die Kinder an das Thema Essen heran: Unbeschwerte Lieder zwischen Reggae, Folk und Pop führen uns in die Küchen und auf die Märkte von Frankreich, den USA, Trinidad, Dänemark, Südafrika, Australien, Kanada und Deutschland. Als schöner Begleiteffekt wird das Bewusstsein der Kinder für lokale Erzeugnisse und Bio-Lebensmittel geschärft, und gratis dazu gibt's außerdem Rezepte für ein tolles "Weltpicknick"! Zeit, die rot-weiß karierte Decke zu schnappen, den Essenskorb einzupacken - und hinaus geht es auf die deliziöse Spielwiese ohne Grenzen für Gaumen und Ohren! Jay Mankita aus Massachussetts schwärmt davon, wie schön es ist frische Früchte und Gemüse zu essen, die in allen Farben schillern, und Bomba aus Melbourne widmen der fruchtigen Tomate einen Song. Die Begeisterung für frische Speisen teilt die Südafrikanerin Kheswa, die auf dem Markt einkaufen geht. Pascal Parisot gibt aus Kinderperspektive Einblick in einen Bio-Haushalt, sein Landsmann Franck Monnet erzählt vom Schlaraffenland Malidor. Exotisch wird es mit Jose Conde und seinen Reisbällchen mit Huhn sowie dem Pfefferpelikan von Safari. Naschkram darf natürlich auch nicht fehlen auf einem Picknick für Kinder: Eine ganze Schüssel Kirschen wollen Rhythm Child leeren, Johnny Bregar macht einen Apfelkuchen in der Pfanne und Maggie G. ermuntert zum Plätzchenbacken. Asheba aus Trinidad schließlich tritt als Eismann auf und die bayrischen Kinderlieder-Helden Donikkl liefern einen richtigen Hit mit einer Ska-Hymne auf die Milch. Ein würziges, süßes und lustiges Welt-Picknick für Groß und Klein!

Ein Teil aus den Verkaufserlösen von Picnic Playground geht an Vitamin Angels, eine internationale Non-Profit-Organisation, die sich darum bemüht, dass weniger Kinder erblinden und nicht so früh sterben. Dafür wird lebenswichtige Ernährung in Form von Vitaminzusätzen für Säuglinge und Kinder auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt. Spezielle Nährstoffe, vor allem Vitamin A, ermöglichen den Immunsystemen der Kinder Infektionen zu bekämpfen und helfen ihnen, eine stabile Gesundheit zu erlangen. www.vitaminangels.org

 

Novalima: Coba Coba Remixed

Globale DJ-Liga goes Afro-Peru
(10.07.2009)

Es ist der Trend der Weltmusik im Jahre 2009 schlechthin: Afro-peruanische Klänge stürmen die Clubkultur - im Zentrum stehen die Masterminds von Novalima aus der Kapitale Perus. Kaum war ihr drittes Opus Coba Coba im Frühjahr erschienen, hat sich eine globale Liga von DJs daran gemacht, das Originalmaterial mit neuem Hirnschmalz durch die Pulte zu schicken. Und siehe da - die Metamorphose ist geglückt, ja beglückend mit einigen der spannendsten Grooves, die auf Remix-Alben der letzten Jahre zu hören waren. Da Lata geleiten den Salsa-Funk von "Tumbala" kongenial zu einem Stelldichein mit einem fruchtigen portugiesischen Interludium. Starproduzent Toni Economides, der schon das Originalalbum betreute, wagt sich an eine harte, schweißtreibende Neudefinition von "Coba Guarango". Das karibische Soca-Flair von "Yo Voy" wird mit Faze Actions Remix in einen synthesizergeladenen, technoiden Hardbeat überführt. Eine süffige, nokturne Lounge-Szenerie kreieren Boozoo Bajou aus dem rootsigen "Africa Landó". DJ Spam geht in seiner alternativen Version von "Ruperta" rockige Wege mit handfestem Schlagzeug und einem astreinen Roots-Reggae-Groove. Die größte Verblüffung ist jedoch bei EarthRises "Se Me Van" angesagt: Der Mischling aus Salsa und Afrobeat wandelt sich im Bedouin Breakdown-Mix zu trancehaft kreisender Arab-Electronica.

 

Vieux Farka Touré: Fondo

Die rockige Zukunft des Wüstenblues'
(05.06.2009)

Der zweite Wurf des Sohnes von Ali Farka Touré öffnet dem Wüstenblues weit die Pforten in die Welt: Vieux stattet dem Heavy Rock-Feeling genau wie dem entspannten Reggae fulminante Visiten ab, verknüpft die Tradition der westlichen Sahara mit einem prächtigen Ankerwurf gen Blues à la Allman Brothers oder Cream. Verantwortlich für die Pult-Raffinessen ist Yossi Fine: Der Produzent und Musiker karibisch-israelischer Provenienz, der sowohl für David Bowie als auch für den Marokkaner Hassan Hakmoun an den Reglern saß, fügt swingende Basslinien und dubbige Grooves zu. Bei all diesen Exkursionen steht das Opus auf den festgrundierten Füßen der Sahel-Tradition: So begegnen wir dem Kora-Spieler Toumani Diabaté als Duo-Partner in einer bewegenden Final-Reminiszenz an Ali. Und dessen langjähriger Vokalpartner Afel Bocoum erhebt nun auch für den Nachkommen seine faszinierend erdige Stimme. Wer diesem rockenden und zugleich tief im Sahelboden verwurzelten Werk aufmerksam lauscht, wird schnell erkennen, dass einem um die globale Zukunft des Desert Blues wahrhaftig nicht bange sein muss.

 

MIDIVAL PUNDITZ: Hello Hello

(29.05.2009)

Kühner Bogen zwischen indischer Poesie und Global Pop Der achtfach oscardekorierte Streifen Slumdog Millionaire mit seinem Soundtrack von A. R. Rahman hat es gezeigt: Die Wahrnehmung Indiens hat im 21. Jahrhundert einen neuen weltweiten Status angenommen. Das gilt nach Bollywood-Hype und Asian Underground-Furore auch immer noch auf musikalischem Gebiet. GAURAV RAINA und TAPAN RAJ aka MIDIval PundiTZ bekleiden hier die Königsposition: Seit mehr als einer Dekade schallt dank ihrer Klangkunst die Kunde Delhis als moderner Musikmetropole mit traditioneller Bodenhaftung um den Erdball. Bei ihrem dritten Opus mischt nun ihr US-Bruder Karsh Kale als Produzent, Sänger, Multi-Instrumentalist und Songwriter mit - da kann ja nur ein Traumalbum herauskommen. Hinter dem schlichten Motto Hello Hello versteckt sich ein ausgeklügeltes Rezept, dessen Zutaten in einem wohldosierten Verhältnis von Electronica, globalem Pop, Volkstraditionen und Klassik des Subkontinents sowie feinem Songwriting stehen. In 11 Tracks taucht das Delhi-Doppel in viele Settings: Da kommt zum einen ihre ausgeprägte Vorliebe für Rock zum Vorschein, wenn sie "Four Sticks" von Led Zeppelin seiner wahren indischen Bestimmung zuführen. In einem besonders elaborierten Global Poprock-Hybrid duettieren Bollywood-Star Shankar Mahadevan und der New Yorker Singer/Songwriter Shahid. Bei den ruhiger pulsierten Passagen atmet die Vermählung von altem und neuem Indien am schönsten, mit dem Sänger Papon aus Assam, einem Stück Poesie auf Urdu oder einem tranquillen Instrumental-Intermezzo, das der Bansuri-Spieler Pandit Ajay Prasanna mit Duftessenzen füllt. Das Gestern, Heute und Morgen vermögen MIDIval PundiTZ wie keine anderen Popkünstler Indiens zu verklammern.

 

Putumayo presents: Italia

Dolce Vita trifft auf feine Poesie
(22.05.2009)

Der Nachfolger des vielgerühmten Bestsellers Italian Café! Auf das Land zwischen Alpen und Adria, Riviera und Sizilien werden schon lange Sehnsüchte des Fernwehs projiziert, die oft durch musikalische Untermalung verstärkt werden. Jenseits von "O Sole Mio"-Klischees präsentiert Putumayo eine Rundtour, die vor allem Italiens intime Seite zeigt. Feinsinnige Singer-Songwriter kommen zum Zuge, die hierzulande oftmals unentdeckt geblieben sind: Paolos Bruder Giorgio Conte vereint Bärbeißiges mit Romantik, und der introspektive Bahnwärterlyriker Gianmaria Testa erzählt metaphernreich vom Reisen. Dies tut auch Alessandro Pitoni in einem tangoinfizierten Stückchen, während sich der Mailänder Simone Lo Porto von Brasilien angetupft zeigt. Rossomalpelo und Lu Colombo vereinen Dolce Vita mit dem Flair von Gypsy Swing, Bandabardò bringen eine dezente Form von Alternative Rock-Poesie ein. Die Folk-Welt des Friaul führt uns Lino Straulino vor Ohren, Rocco De Rosa erzählt ganz instrumental von einem fernen Ort in Chile. Auf einem Retro-Trip zu Italiens Popklassiker befindet sich der Quebec-Emigrant Marco Calliari, und Alessandro Mannarino schöpft aus seiner ganz eigenen Welt zwischen italienischem Folk, Balkan-Anklängen und Fellini-Soundtrack. Eine Italienreise, die auf den Ohren kribbelt wie die Frühlingssonne auf der Haut.

Ein Teil der Verkaufserlöse aus dieser CD geht an EMERGENCY.

 

Putumayo presents: European Playground

Spielerisch-spannende Entdeckung des Heimatkontinents
(22.05.2009)

Mit dem bislang abwechslungsreichsten Kapitel aus der Playground-Reihe eröffnet Putumayo 15 musikalische Spielplätze direkt vor unserer Haustür. Von Skandinavien und den Britischen Inseln bis hinunter ans Mittelmeer und den Atlantik breitet sich eine weit gefächerte Palette von Kinderliedern vor unseren Ohren aus - munter und vergnüglich, stilistisch von Pop übers Liedermacherfach bis ins Jazzige weit gefächert, zugleich lehrreich sowie anspruchsvoll. Aus Skandinavien kommen Sås & Kopp sowie Mek Pek und besingen ein Trampolin und ein Känguruh, Belgiens TV-Knetfiguren Les Déménageurs wecken Morgenmuffel auf, und der englische Straßenmusiker Herbie Treethead macht gute Comedian-Laune. Die Apfelband aus Ungarn lässt einen kleinen Jungen von seiner beruflichen Zukunft träumen und Alain Le Lait führt in die französische Küche. Locomondo verpackt eine Einladung nach Griechenland in einen fetzigen Ska, Buscapólos stellen uns einen jugendlichen Fußballstar vor, während Alex Schmeisser von der dicken Freundschaft zwischen der Kuh Anneliese und der Maus Klaus berichtet. Ian F. Benzie erzählt die Geschichte vom kleinen Fischerfritzen, während der Mailänder Giovanni Caviezel ein kleines Dampfboot fahren lässt. De Band Krijgt Kinderen aus den Niederlanden schlüpft in verschiedene Rollen eines Musikstars und Biella Nuei aus Spanien geben sich ökologisch bewusst. Einen Ausflug ins Land der Teddybären unternimmt der Berner Roland Zoss und Sharon Shannon führt uns schließlich mit beschwingten Akkordeonklängen auf die Grüne Insel. Eine spielerische Entdeckung unseres vielfältigen Heimatkontinents sowohl für Kinder wie auch Eltern!

Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf dieser CD geht an die European Federation for Street Children (EFSC).

 

Putumayo presents: iSalsa!

Hitziges Netzwerk zwischen NY, L.A., Havanna und Kolumbien
(17.04.2009)

Seit der Salsa-Explosion der 1960er in den Einwanderervierteln New Yorks erfreut sich das brodelnde Gebräu aus afro-kubanischen Rhythmen und den Beigaben der afro-amerikanischer Musikkultur globaler Beliebtheit. Dabei hat sich die Salsa stilistisch denkbar breit aufgefächert: Ein ganzes Netzwerk gegenseitiger Befeuerung zwischen den Küsten der USA und der Karibik hat sich seitdem gesponnen. Bruderländer wie Kolumbien verfügen ebenso über äußerst vivide Salsa-Szenen mit eigenen Stars, und Afrika hat sich dem Salsa-Craze vom Kongo bis in den Senegal mit einer glühenden Afro-Latin-Szene angeschlossen.

Putumayo stellt Stars und unsung heroes aus der zweiten Reihe vor, verführt zu einer heißen, wirbelnden Reise von den Siebzigern bis in die Jetztzeit. Die Grupo Galé, Fruko y Sus Tesos und Juanito y La Agresiva demonstrieren die Lebendigkeit der kolumbianischen Szene, den Flirt Kubas mit Puerto Ricos führen das legendäre Orquesta Aragón und Cheo Feliciano vor Ohren. Poncho Sanchez und Eddie Palmieri nehmen die Salsa aus der Warte von Latin-Jazzern unter die Lupe, Chico Alvarez und José Conde düsen zwischen Brooklyn respektive Miami und Kuba hin und her. Son Boricua stehen für eine neue Generation von Nuyoricans und Ricardo Lemvo schließlich koppelt die Salsa mit astreiner kongolesischer Rumba.

Ein Teil der Verkaufserlöse aus dieser CD geht an die Pan American Health and Education Foundation (PAHEF).

 

Lal Meri
Indo-Kaliforniens sonniger Spirit
(17.04.2009)

Nach der sphärisch-spirituellen Welt von Niyaz führt uns Produzent Carmen Rizzo nun auf ein neues Trio-Parkett: Mit der Sängerin Nancy Kaye und Trompeter Ireesh Lal zaubert er aus einem asiatisch-amerikanischen Brückenschlag hippe Pop-Perlen. Farben vom indischen Subkontinent über Reggae und Soul bis hin zu Triphop-Grooves leuchten in Lal Meris Debüt: Kayes Stimme oszilliert zwischen kantigem R&B-Timbre und erotischem Cabaret-Flair, kann auch mal fast girliehaft frech mit Anleihen an eine Björk klingen. Ireesh Lal befeuert das Geschehen mit jazzigen Impros auf der gestopften Trompete. Dazu treten viele Klangtupfer-Finessen: Saitengeflechte an Oud, Bouzouki, der Langhalslaute Saz und dem türkischen Banjo Jumbush flirren durch die Tracks, und eine ganz besondere Note fügt Ireeshs Cousine POOJA LAL ein, die mit ihren sanft geschwungenen Gesangslinien indischer Provenienz das Geschehen weit gen Osten öffnet. Lal Meri erzählt die erstaunliche Geschichte eines kalifornischen Trios, das den Globus mit coolen Grooves und sonnigem Spirit umarmt.

 

The Idan Raichel Project: Within My Walls

Tel Aviv-Pop auf globalem Friedenskurs
(27.03.2009)

Vor zwei Jahren startete Jacob Edgar sein Label Cumbancha mit einem sanften multikulturellen Paukenschlag aus dem Nahen Osten. The Idan Raichel Project riss kulturelle Checkpoints nieder und kreierte mit äthiopischen und jemenitischen Melodien, mit der Poesie Arabiens und Psalmen der Bibel einen homogenen Worldpop, der in Israel Verkaufsrekorde sprengte und auch international von Sydney bis Mexiko für Enthusiasmus sorgte.
Nun geht die Mission des Friedensboten mit der Rasta-Mähne in eine neue Phase: Raichel nahm an verschiedenen Orten der Erde, von New York über Paris bis Tel Aviv Sängerinnen und Sänger auf, die seinem Songwriting einen noch weltumspannenderen Charakter geben. Unter den Gaststimmen seines dritten Opus Within My Walls teilen sich Weltmusikgrößen wie die Kapverdin Mayra Andrade, die Kolumbianerin Marta Gómez und New Yorks Afro-Soulstress Somi mit israelischen Newcomern das Mikro und verbünden sich zu einem empfindsamen Songwriter-Opus mit visionärem Charakter.
Auf Hebräisch, Spanisch, Arabisch und Swahili erklingen die Vokalspuren, Raichels Lyrik über den Durst nach Liebe und Frieden und die metaphernreiche Ausdeutung von Mauern schweift durch opulente Arrangements: Ein 24köpfiges Streichorchester, lokale Farben mit Flöten, Schalmeien, Kniegeige und nahöstlichen Saiteninstrumenten setzen dieses schlüssige Mosaik zusammen, über das Idan Raichel fast bescheiden sagt: „Das ist der Sound des heutigen Israels: Viele Kulturen, die zusammen ein neues Lied kreieren.“

 

Putumayo presents: India

Duftender Klangbogen von Bollywood-Pop bis Ghazal-Poesie
(20.03.2009)

Erstmals entdeckt Putumayo eines der größten Länder der Erde mit einer der erstaunlichsten Kulturen: Unter allen Ländern des Globus ist Indien mit über einer Milliarde Einwohner, seinen 23 Sprachen, 1.600 Dialekten und neun großen Religionen ohne Zweifel ein vielschichtiger Kosmos für sich – sei es ethnisch und geschichtlich, oder sei es geographisch und klimatisch. Diese Vielfalt hat natürlich all die Jahrhunderte in der Musikhistorie des Subkontinents Widerhall gefunden und ist in der globalisierten Welt auch heute noch deutlich hörbar.
Die populäre Musik Indiens wird durch die schmelzend-schmachtenden Tanzstücke, Hymnen und Balladen der Bollywood-Industrie und Filmfabriken anderer Metropolen beherrscht: Mit SängerInnen wie Rajeshwari Sachdev oder Chinmayee und natürlich mit begnadeten Filmmusikern, an deren Spitze A. R. Rahman steht. Der Meisterkomponist hat gerade zwei der insgesamt acht Oscars für den Streifen Slumdog Millionaire erhalten und manche Musikexperten schätzen seine Plattenverkäufe höher als die von Elvis oder der Beatles ein!
Doch neben den Filmhits siedelt die klassische hindustanische und karnatische Musik in Gestalt der Erben von Ravi Shankar und Hariprasad Chaurasia. Sie öffnen sich heute gegenüber modernen Genres und Arrangements, unter ihnen Deepak Ram oder Satish Vyas. Aus traditionellen Gesangsdisziplinen wie dem Ghazal und alter Poesie formen Bombay Jayashri, Susheela Raman und Kiran Ahluwalia eine innovative Songwriting-Kunst. Religiöse Gesänge, der sogenannte „devotional chant“ betritt mittels aktueller Studiotechnik eine neue Sphäre, nachzuhören bei Uma Mohan. Und auch Vertreter des Asian Underground wie Niraj Chag oder in Amerika ausgebildete Instrumentalisten wie Sanja Divecha spielen eine große Rolle im Mosaik der subkontinentalen Klänge. Putumayo hat dem Reichtum der Sounds zwischen Punjab und Tamil Nadu nachgehorcht und die schönsten Fundstücke zu einem duftenden Spannungsbogen verbunden.

Ein Teil der Verkaufserlöse aus dieser CD geht an die India Foundation for the Arts.

 

Putumayo presents: African Reggae

Offbeat aus dem Motherland
(20.02.2009)

Während das Mutterland des Reggaes zuweilen weit abgekommen ist von den Wurzeln, erfreuen diese sich in Übersee fröhlicher Urständ'. Jamaika feiert den Dancehall und seine modernen Derivate, doch die afrikanische Variante orientiert sich an der klassischen Roots-Phase. Doch auch wenn sie sich an den Vätern orientieren, haben es die Afro Reggae-Vertreter geschafft, ihre Musik zeitgenössisch klingen zu lassen - mit behutsamen Injektionen aus ihren Landeskulturen und Stilen von Afrobeat bis Zouk. Der Reggae kehrt nach Hause zurück - und wie diese sachverständig zusammengetragenen Aufnahmen zeigen: Er gewinnt dabei noch an Farbschattierungen und Vitalität. Der ivorische Reggae-Star Tiken Jah Fakoly tut sich mit den Guineanern von Ba Cissoko zusammen, seine Landsleute Ismael Isaac und Serges Kassy zeigen sich sozialkritisch und spirituell. Kreolisch elegant kommt der Offbeat bei Mo'Kalamity und One Love Family von den Kapverden daher. Von ihrer Rastafari-Philosophie geben der Burkiner Bingui Jaa Jammy und der Ghanaer Kwame Bediako Kunde, der Südafrikaner Zoro bezieht seine Stärke aus dem Kampf gegen die Apartheid. Die heilende Kraft des Weiblichen lobt der Bissau-Guineaner Nino Galissa, und der charisamtische Nigerianer Majek Fashek vereint in seiner Reggae-Variante Marley und Kuti.

Ein Teil der Erlöse aus dieser CD geht an HOPEHIV. www.hopehiv.org

 

Novalima: Coba Coba

Die schwarze Seele Perus tanzt im Club

(23.01.2009)

Platz 1 der World Music Charts Europe im April 2009!

Vier junge Kosmopoliten aus Lima leisten auf ihrem dritten Album Pionierarbeit mit afro-peruanischen Kollegen und dem Starproduzenten Toni Economides (Nitin Sawhney, Da Lata, 4hero): Sie geleiten die Musik der schwarzen Minderheit Perus mit neuem Stolz auf den Dancefloor. Organisch wird eine Symbiose geschaffen, die musikalische und gesellschaftliche Barrieren aufbricht und von einem Peru kündet, in dem Schwarze und Weiße auf Augenhöhe stehen. Das reiche Arsenal von traditioneller Perkussion verzahnt sich mit Beats aus dem Computer, archaische Gesänge der Sklaven erheben sich über frechen Grooves, karibische Ausgelassenheit wechselt zu Bolero-Dramatik. Spaniens Rocker Gecko Turner, die Kuba-Rapper von Obsesión oder Salsero Carlos Uribe adeln die bezwingenden, rootsig-urbanen Tracks mit Gastbeiträgen. Ein verblüffendes und durchweg tanzbares Gesamtkunstwerk zwischen den traditionellen Rhythmen des bluesigen Landó und der romantischen Marinera auf der einen, Deep Dub, Reggae, Broken Beat, Salsa, Soca, Funk und HipHop auf der anderen.

 

Bombay Dub Orchestra: 3 Cities

Organische Eleganz zwischen Mumbai, Chennai und London
(23.01.2009)

Ein musikalisches Dreieck zu ziehen zwischen dreien der quirligsten Städte des Planeten, und dann doch einen äußerst relaxten Sound daraus zu fertigen, mag paradox klingen. Für die beiden britischen Pult-Chiller GARRY HUGHES und ANDREW T. MACKAY ist das eine Fingerübung, die sie treffsicher gemeistert haben, dazu noch mit verblüffend organischer Eleganz. Denn wo die eigenwilligen Klang-Scaper mit dem Debüt ihres BOMBAY DUB ORCHESTRA noch eher auf Computerkunst setzten, arbeiten sie auf dem Nachfolgewerk mit sage und schreibe 75 realen musikalischen Handwerkern. Dabei ist die Textur so vielschichtig und spannend geraten, dass 3 Cities durchaus zum wachen Hören animiert. Eine imaginäre Reise von Ägypten nach Indien unternimmt der Hörer, steuert in Gefilde von Triphop, erlebt einige aufgekratzte technoide Augenblicke, vernimmt poppige Keyboard-Riffs, die fast an Kraftwerk gemahnen. Romantische Momente wie aus einem alten Bollywood-Klassiker blitzen auf, jazzige Piano-Phrasen öffnen eine Ohren-Oase, aber auch wuchtiges Trommelwerk für den Dancefloor steht parat. Und immer wieder erfüllt der exzellente Klangkörper der flirrenden Streicher die Arrangements wie ein betörender Duft.

 
Céu erhält den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik!
(04.10.2008)

Wir freuen uns ganz außerordentlich, dass unsere Künstlerin Céu für ihr Debüt ("CéU") mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2008 gekürt wird. Nachdem unsere Veröffentlichungen immer wieder auf den vierteljährlichen Bestenlisten zu finden sind, dürfen wir nun nach über einer Dekade wieder einen Jahres-Gewinner vermelden. 1997 konnte Exil mit Marlui Miranda und ihrer CD "Ihu - Todos Os Sons" einen ersten Jahrespreis erlangen. Den Preis der deutschen Schallplattenkritik gibt es seit 1980. Er wurde von einer Gruppe engagierter Kritiker gegründet, die sich dann 1988 zu einem unabhängigen eingetragenen Verein zusammenschlossen. Die Jury sieht ihre Aufgabe darin, die Öffentlichkeit auf herausragende Aufnahmen des Tonträgerangebots aufmerksam zu machen. Zusammengesetzt ist das Gremium aus ca. 150 Fachjournalisten der verschiedensten Genres von Klassik über Rock/Pop bis zum Kinderbereich, die in nahezu 30 Kategorien pro Quartal aktuelle Produktionen prämieren. Von all diesen werden jeden Herbst zehn Jahressieger ausgezeichnet.
Mehr Infos: www.schallplattenkritik.de
 
WOMEX-Labelpreis für Cumbancha!
Wir freuen uns mit unserem Partnerlabel: Bei der diesjährigen Weltmusikmesse WOMEX in Sevilla hat Cumbancha Records den Preis für das beste Label erhalten. Erst vor zwei Jahren wurde der Verlag von Putumayo-Vize Jacob Edgar in Vermont/USA gegründet und hat seitdem mit Andy Palacio, den Garifuna Women, Idan Raichel, Chiwoniso, Habib Koités neuem Meisterwerk "Afriki" und der außergewöhnlichen Weltenbummlerin Rupa und ihren April Fishes einen spannenden Katalog aufgebaut, den wir von Anfang an begleiten durften. Der Labelpreis kommt durch die Auswertung der World Music Charts Europe zustande, jene mittlerweile unverzichtbare monatliche Listung, die von 45 ausgewählten Weltmusik-Radiomoderatoren aus ganz Europa erstellt wird. Und siehe da: Bei diesen Experten lag Cumbancha im Zeitraum von Oktober 2007 bis Oktober 2008 ganz vorne, gefolgt von Größen wie Sterns, Crammed und Doublemoon. Wir beglückwünschen Mr. Edgar auf herzlichste und sehen am Horizont schon, wie sich für 2009 die nächsten vielversprechenden Cumbancha-Releases ankündigen - mit dem afro-peruanischen Projekt Novalima und einer weiteren lyrischen Scheibe des israelischen Pop-Poeten Idan Raichel.
 

DISSIDENTEN & JIL JILALA: Tanger Sessions

ROCKIGE RÜCKKEHR NACH MAROKKO
(17.10.2008)

25 Jahre nach ihrem Welterfolg Sahara Elektrik melden sich die Ethnobeat-Pioniere erneut mit einem Ruf aus dem Herzen des Maghreb in überraschender Härte: Mit geschichteten E-Gitarren, krachigen Drums, archaischen Chören, pumpenden Bässen, hypnotischer Drehleier und psychedelischer Flöte bilden die Dissidenten eine Welt diesseits ausgeträumter Ideale von Multikulti-Musik ab – eine Welt nach 9/11 und dem Irak-Krieg.
In zweijähriger Arbeit entstanden mit ihren marokkanischen Freunden von Jil Jilala, den „Beatles Nordafrikas“ und charismatischen Übervätern der modernen Maghreb-Musik, hochimpulsive, arabesk-bissige Titel. Betörend kreist der „Morock’n’Roll“, wütend groovt die „Gun Factory“, als trancehafter Heavy-Loop wird „Truth Is The Only Religion“ gepredigt. Mit melodischem Aufbäumen und rhythmischer Wucht signalisiert man im „Song 4 A Rainbow“ jedoch auch Hoffnung auf ein Ende der Kriege. Und als Wüstenqueen oszilliert ihr globaler Hit „Fata Morgana“ mit neuer Pracht in der Sahara-Sonne. Die Tanger Sessions sind der Soundtrack eines Humanismus, der mit feinen Antennen die Stimmung der arabischen Welt aufgefangen hat. Musikalisch wird in erdigen bis zornigen Outfits das rockig-animalische Erbe der 70er Jahre spürbar, textlich steuert man Versöhnung und friedliche Koexistenz der Rassen und Kulturen an, fernab von der Schönfärberei der „einen Welt“. Hierfür steht auf dem Albumcover auch die Vereinigung von deutscher und marokkanischer Flagge mit ihrem zentralen Pentagramm – Sinnbild für den Bann des Bösen. Einen kühnen Bogen schlagend werden die Dissidenten erneut Avantgardisten für eine "Welt"musik, die sich der Bürde der Globalisierung entgegenstellt.

 
Sounds:

Neue EXIL Sounds u.a. von
Dissidenten & Jil Jilala, Brazilian Café, Midival Punditz, Novalima, Lal Meri, Italia, India, African Reggae

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