EXIL MUSIK presents artists from around the world DISSIDENTEN 2010
EXIL Musik, Label und Musikverlag der Dissidenten, wurde 1983 gegründet und 1994 auch für andere Künstler (z.B. Rimitti, Geoffrey Oryema, Africando, Miriam Makeba und Wagner Pá geöffnet. Seit vielen Jahren operiert EXIL im globalen Netzwerk, unter anderem als deutscher Partner der Labels PUTUMAYO WORLD MUSIC, CUMBANCHA, SIX DEGREES Records und BLUE JACKEL ENTERTAINMENT /// EXIL Musik is an independent record label and music publisher founded in 1983 and still owned by Dissidenten. In 1994 Exil began to release selected albums by international artists such as Rimitti, Geoffrey Oryema, Miriam Makeba or Africando. EXIL is also the german partner for jazz- and worldmusic labels PUTUMAYO WORLD MUSIC, CUMBANCHA, SIX DEGREES Records, and BLUE JACKEL ENTERTAINMENT.

EXIL Neuheiten & Neuigkeiten
 

Putumayo presents: Women Of Brazil

Brazilicious!
(24.05.2013)

In der brasilianischen Musikgeschichte spielte die weibliche Stimme von jeher eine fulminante Rolle. Frauen waren es, die den reichen Musikschatz des tropischen Klangkosmos am prominentesten in unsere Breiten getragen haben - und sie sind es bis heute. Schon in den 1940ern drang die Kunde von Carmen Miranda zu uns, der verrückten Frau mit dem Fruchthut, die Sambahits von Hollywood aus zu Weltruhm katapultierte. Zwei Dekaden später wurde die Bossa Nova von Astrud Gilbertos geschmeidig-unschuldigen Stimme nach Europa gebracht, in der Música Popular der Siebziger und Achtziger waren es Diven wie Elis Regina oder Gal Costa, die den Pop Brasiliens mit weiblichem Charisma füllten. Und auch ihre Nachfolgerinnen, von Marisa Monte bis Bebel Gilberto, stehen in einer ununterbrochenen Erblinie sinnlichen Überschwangs und mitreißenden Vokalzaubers. Mit dieser Kollektion horcht Putumayo im aktuellen Geschehen von Samba, Bossa und der Música Popular Brasileira (MPB) nach, welche Queens heute in der Nachrückerposition lauern, wo sich brandneue oder über Brasilien hinaus noch unbekannte Talente tummeln, wo die Botschafterinnen brasilianischer Liedkunst auch über die Landesgrenzen hinaus wirken.

Doch auch einige etablierte Namen sind gewissermaßen als "Anchorwomen" dabei. Als Tochter von Sambalegende Martinho Da Vila liegt Mart'nália der Samba genauso im Blut, wie die Bossa Nova Clara Moreno, Filia von Joyce, an der Wiege gesungen wurde. Luísa Maita, Shooting Star aus São Paulo trägt ihren urbanen Samba mit sozial engagiertem Anstrich vor, Graça Cunha, Juliana Kehl und Miriam Maria aus der gleichen Metropole sowie Aline Morales aus Belo Horizonte heben seine Bittersüße ins 21. Jahrhundert, mal zart-balladesk, mal mit erdigen Elementen aus dem Nordosten. Aus Italiens Bossagemeinde melden sich leichtfüßig Nossa Alma Canta, Flavia Coelho präsentiert uns ihren in Paris gewachsenen reggaefizierten Samba. Weitere Brasilienbotschafterinnen aus der Ferne sind die in Kanada lebende Maguinha sowie Miriam Aïda aus Schweden. Eine schillernde Sammlung unbekannter Samba-Perlen, Bossa-Preziosen und Juwelen der Música Popular - frisch für uns entdeckt aus der Schatztruhe der weiblichen Seele Brasiliens.

 

Putumayo presents: Brazilian Lounge (new version)

Sinnliche Sirenen und sanfter Samba-Soul
(24.05.2013)

Brasilien ist nicht nur das Land des überschwänglichen Samba-Rausches und des lärmenden Trommelfeuers, auch wenn die Klischees zu jeder Fußball-WM in den Medien fröhliche Urständ' feiern. Putumayo baut da schon mal vor: Während das nächste Weltturnier in 2014 mit Riesenschritten auf uns zueilt, nehmen wir das Tropenreich mal vom chilligen Ende der Skala unter die Lupe: Feiner Retro-Soul aus São Paulo und Recife, leichtfüßiger Drum'n'Bossa aus Rio und Vitória, ausgetüfteltes Songwriting der Exilanten von New York bis Paris. Berühmte Kinder von Legenden treten auf den Plan, flankiert von neuen Sirenen und sanften Sambasoul-Kerlen. Das Pärchen Rodrigo Campos und Luísa Maita führt die neue Sinnlichkeit São Paulos vor Ohren, in Recife haben sich die Mangue Beat-Recken Mundo Livre S/A vom relaxten Sound anstecken lassen. Katia B. zelebriert Brazilectro-Bossa in Rio, Tamy tut es ihr etwas nördlicher in Vitória gleich. Funkig-souliges Retro-Flair gibt es von BiD feat. Seu Jorge, Vinicius De Moraes' Enkelin Mariana De Moraes hat sich das DJ-Duo Dois Irmãos geangelt. Die Nachwuchs-Chanteusen Bia Krieger und Beatrice Mason stellen sich vor, ebenso wie Luca Mundaca und die Banda Auê, die für den zurückgelehnten Música Popular-Sound in den USA und Paris Werbung machen. Bruchlos-elegant vollzieht sich die musikalische Genealogie von der goldenen Ära über die anschließenden Popjahrzehnte bis ins elektronische Zeitalter an Brasiliens Küsten. Der Putumayo-Hit von 2006 in einer Neuauflage mit 5 neuen Tracks!

 

Putumayo presents: Brazilian Beat (new version)

Cooler Cocktail aus Samba, Bossa und Elektro
(24.05.2013)

Brasilien ist nicht nur Fußballchampion. Brasilien ist auch Weltmeister im Produzieren musikalischer Coolness. Seit der Bossa Nova-Ära zieht sich ein Band eleganter, tanzbarer, leichtfüßiger Beats durch die Musikgeschichte des Landes - zeitgemäß gipfelnd in der heutigen Brazilectro-Generation. Auf der vorliegenden Putumayo-Kollektion haben sich sowohl alte Hasen wie auch ungehörte Newcomer dieser Philosophie verpflichtet. Dabei ist "Summer Samba"-Eminenz Marcos Valle, der in den Neunzigern seine Begeisterung für House und Drum'n'Bass entdeckte, sowie Saxophonmeister Leo Gandelman, in New York mit seinem Projekt Brazilian Groove Band dem Funk huldigend. Spannend wird diese Zusammenstellung vor allem durch die Häufung von Namen, die in unseren Breiten bislang unbekannt sind: Da wäre Tamy mit ihrer mädchenhaften sonnigen Stimme, die vor dem Samba niederkniet oder die selbstbewusste Brazilectro-Lady Karla Sabah, die mit "Mas Que Nada" und "Samba De Verão" gleich zwei Klassiker in den Club holt. Die US-Brasilianerin Mônica Da Silva baut einen träumerischen Bogen zwischen Bossa Nova und entspanntem Indiepop. Bungalove tragen süffige Bossa-Grooves nach Italien, und die legendenträchtige Banda Black Rio sowie das Fino Coletivo frischen das Samba Soul-Fahrwasser auf.
Liminha-Tochter Tita Lima bekennt blechbläserschwanger, dass sie in den Samba gar verliebt ist, und Marcello steuert aus der Wahlheimat Paris elegantes Brasil-Songwriting bei. Auch mehr als fünfzig Jahre nach der Erfindung der Bossa Nova sind die Tugenden Brasiliens präsent: In der Musik der neuen Generation verbinden sich Eleganz und Electronics, Beats und Bossa, Coolness und Chic. Putumayo präsentiert die Erfolgs-Kollektion von 2011 mit 3 neuen Tracks!

 

Kobo Town: Jumbie In The Jukebox

Kanadas Calypso-Rebell
(03.05.2013)

Calypso wird hierzulande vor allem mit dem Namen Harry Belafonte assoziiert. Doch seine Geschichte ist auch eine urwüchsige, die eines sozialkritischen und beißend-humorigen Braukessels, der aus dem vollen Leben der kleinen Leute schöpft. Dabei hat er sich stets erneuert, wurde mit aktuellen Einflüssen aufgeladen. Drew Gonsalves, ein kanadischer Expat Trinidads verknüpft mit seiner Formation Kobo Town und dem belizischen Produzenten Ivan Duran (Andy Palacio!) als Weiterdenker die Heimatgefilde des Calypso mit einer sehr individuellen Klangwelt. Als Tribut an den Jumbie, einen berühmten trinidadischen Geist, hat Gonsalves die zweite Scheibe seiner Band Jumbie In The Jukebox genannt - und entfaltet in der Tat ein wenig spukhafte Züge. Denn wer diese Jukebox drückt, erlebt Überraschungen: Scheppernde Percussion, beschwipstes Blech und eine dazwischenglucksende, schrottige Gitarre stellen sich da vor, die ruhe- und rastlose Raustimme von Drew stets im Zentrum des Geschehens. Da werden Geschichten von paranoiden Zeitgenossen erzählt, die die permanente Terrorwarnung wahnsinnig macht, von einem Behinderten, der sich durchs Recyceln von Flaschen über Wasser hält. Kobo Town singen das Loblied der zynischen Potenz des Calypso, mokieren sich über die Unsitte, dass Touristen Slums pittoresk finden. Auch ein Tribut an seine Kindheit hat Drew parat, mit einer herrlich reduziert gestalteten Ballade für das Viertel Port Of Spains, in dem er heranwuchs. Im Finale schließlich findet eine großartige Prozession mit Reverenzen an Linton Kwesi Johnson, klassische englische Poeten und die Bibel statt, staubige Posaunen, krachiges Trommeln und windschiefes Saitenspiel inklusive. Jumbie In The Jukebox ist ein Tribut an den Geist und die Geister des Calypsos - zeitlos verzaubernd, warmherzig und witzig.

 

Putumayo Kids presents: Latin Dreamland

Schlummerklänge zwischen Anden und Atlantik

(03.05.2013)

Lateinamerikas Musik ist natürlich zuallererst mit überschwänglicher Laune und hitzigen Rhythmen verbunden. Doch der Kontinent hat selbstverständlich auch eine ruhige Klangwelt zu bieten, die sich von jeher in nachdenklichem, seelenvollem Songwriting äußert oder auch in den canciones de cuna - den Wiegenliedern, die von den Anden bis zum Atlantik, von Feuerland bis Mexiko eine besonders reiche Tradition haben. Putumayo hat sie in seinem siebten Dreamland-Kapitel gesammelt: Silvia Schujer und Julieta Szewach aus Argentinien erzählen von einem kleinen Hasen im Wolkenland, ihr Landsmann Luis Salinas wiegt mit einem Walzer in den Schlaf. Zu Gitarrenklängen auf der mexikanischen Pichirila singt Maruca von einem neugierigen Mond, die Kolumbianerin Marta Gómez haucht den Klassiker "Cielito Lindo". Die Brasilianer sind mit zarter Bossa von Márcio Faraco, dem ökologisch bewussten Hélio Ziskind und dem Lied über die schöne Gärtnerin von Reginaldo Frazatto vertreten. Eine ganz zarte Version von "Cucurucucú Paloma" kommt von Amanda Martinez, und die Peruanerin Pamela Rodriguez singt von einer Wiege aus Eis. Die alten Helden Los Incas schließlich lassen ein versonnenes Echo durch die Anden schweifen.

 

Dom La Nena: Ela

Mädchen-Märchenland mit Cello

(10.04.2013)

Seit dem Siegeszug von Céu und dem süßen Samba-Hauch von Luísa Maita weht ein frischer Wind durch Brasiliens Frauenstimmen - und das San Francisco-Label Six Degrees hat nicht unwesentlichen Anteil daran. Nun haben die Schatzsucher aus der Bay Area eine neue Senhora ausfindig gemacht, die den tropischen Pop-Minimalismen ein weiteres
I-Tüpfelchen aufsetzt. Die Kosmopolitin Dom La Nena entführt uns mit ihrem Cello und ihrem luftigen Vokalteint in ein Märchen-Mädchenland zwischen ihrer Wahlheimat Paris, ihrem brasilianischen Erbe und den Jugendjahren in Buenos Aires. "Doms Lieder haben etwas sehr Zartes und Emotionales, Naivität und Zerbrechlichkeit paaren sich mit einer erstaunlichen Reife", so ihr Mitmusiker Piers Faccini. "Die Kombination von Zweifel und Authorität, das macht ihren einzigartigen Charme und ihr Talent aus." Die 13 Perlen auf dem Debüt Ela nehmen uns mit auf eine Traumreise mit Klavier, Gitarren, Harmonium, Kora, Xylophonen und natürlich Doms großer Liebe, dem Violoncello. Ätherisch und melancholisch geht es zu, in seufzenden Walzern, formidablen Stimmenschichtungen und mit kindlichem Klangzauber, aber auch mal erdig in Samba-Anleihen. Ela ist das eindrucksvolle Do-It-Yourself-Debüt einer vielversprechenden brasilianischen Kosmopolitin - ein Album wie ein hypnotischer, bezaubernder Klangwald zwischen tropischer und europäischer Welt.

 

Putumayo presents: African Beat (new version)

Zukunftsklänge zwischen Dakar und Kapstadt

(05.04.2013)

Die europäischen Afrika-Klischees greifen im Jahre 2013 nicht mehr. Das gilt auch fürs musikalische Terrain: War man während der Blütezeit der sogenannten "Weltmusik" noch davon überzeugt, der afrikanische Zukunftsklang würde in Paris und London entworfen, so ist heute längst klar, dass in den Clubs von Lagos, Luanda, Daressalam, Dakar, Bamako und Kapstadt wesentlich progressivere Sounds das Zepter übernommen haben. Im ersten Kapitel seiner neuen Beat-Serie präsentierte Putumayo 2011 visionäre Klänge aus Mali, der Elfenbeinküste, dem Senegal, Nigeria, dem Kongo und Südafrika, für die jetzt in einer aktualisierten Neuauflage drei Titel ausgetauscht wurden. Aus Angola gibt es hitverdächtigen Kizomba mit Geovani & Yuri Da Cunha, vom senegalesischen Rapper Lëk Sèn kommt ein funkiger Afroblues. Für die brandaktuelle Koppelung aus Yoruba-Wurzeln und R&B steht der Nigerianer 9ice, Fred Massamba bringt einen souligen HipHop-Groove mit. Einen alten Bekannten kann man auch antreffen: Issa Bagayogo empfiehlt sich als Pionier des Afro-House, weitere progressive Mali-Klänge gibt's von Donso und Asama Yalomba, während Yodé & Siro dem zurückgelehnten ivorischen Tanzstil Zouglou huldigen. Cool James, der Brückenbauer zwischen Tansania und Schweden, präsentiert sich mit einem ruhigen Hiphop-Stück, Afro-Fiesta aus Südafdrika vereinen in ihrem Stilmix Kamerun und Kongo. Kojato & The Afro Latin Cougaritas bringen den Afrobeat aus Liberia nach Deutschland und Les Barons schließlich würzen von London aus mit zeitgenössischem Afrobeat nach. Afrika als Heimat der prima materia für eine zukunftsweisende Dancefloor-Philosophie.

 

Putumayo presents: Rhythm & Blues (new version)

Delta-Helden, Soulqueens und Rare-Groover

(05.04.2013)

Selten gab es in der Musikhistorie einen Terminus, der so grotesk gedehnt wurde wie "Rhythm And Blues" nebst seinem Kürzel R&B. In den 1940ern tauchte er erstmals auf, als Sammelbenennung für Boogie Woogie, Bigband-Sounds und Jump Blues, die bis dato allesamt unter der diskriminierenden Bezeichnung Race Music liefen. Rhythm & Blues wurde die Blaupause für den Rock'n'Roll der Weißen und zusammen mit dem Gospel auch ein Vorläufer all jener Stile, die ab den frühen Sechzigern als Soul und Funk bezeichnet wurden. In den letzten Jahren hat sich R&B nun nicht nur als Oberbegriff für die hiphop-betonte Musik der Charts durchgesetzt. Es ist nun auch wieder eine blühende Retro-Szene entstanden, die von Küste zu Küste die "alten Werte" mit funkigen Bläsern, dreckigen Vocals und analoger Aufnahmetechnik auferstehen lässt.

Putumayo begibt sich auf die Spuren des klassischen R&B und legt dabei spannende Brückenschläge durch die Dekaden offen. New Orleans offenbart sich dabei mit der kürzlich verstorbenen "human jukebox" Snooks Eaglin und dem singenden Kapitän Rockie Charles. Aus Texas trägt die soulige Lavelle White zum R&B-Spektrum bei. New York ist mit der Funk-Queen Sharon Jones und ihren knackigen Dap-Kings, sowie den erfahrenen Sessionleuten von Cracked Ice vertreten. In Südkalifornien steigt Roy C zu sonnigen Streicherklängen in den "morning train". Ein zeitloser Klassiker ist mit Louis Jordan präsent, der mit einer späten Aufnahme aus seinen Sessions mit Johnny Otis begeistert. In die gloriose Southern Soul-Ära von Stax führen die Emotions zurück, als Spätzünder des Chicago Blues singt Elmore James Jr. das Loblied seines berühmten Vaters. Und auch Übersee hat mit Retro-R&B Erstaunliches beizutragen: Einmal mit dem ganz wurzeltreuen Waliser James Hunter, zum anderen mit dem Rare-Groove-Flair des Quantic Soul Orchestras. Putumayo freut sich, den Bestseller von 2010 mit drei neuen Tracks zu präsentieren!

 

Putumayo presents: Vintage France

Vintage FranceIkonen, Diven und Grandseigneurs: Putumayos dritter Frankreich-Flirt

(01.03.2013)

Die Rendez-Vous von Putumayo mit französischen Klängen sind legendär. In der Hörergunst rangieren die Kollektionen Paris und French Café unter allen CDs des bunten Labels ganz weit oben. Nun wird die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben: Beim dritten Flirt mit La Douce France tauchen die New Yorker tief in die Chanson- und Musettegeschichte Frankreichs ein. Passenderweise haben die Amerikaner das Vintage France genannt – denn das Prädikat „vintage“ - Weinkenner wissen es - gilt als Gütesiegel für ausgereifte, exzellente Qualität mit klassischer Note. Und so fördert man hier auch Klassiker zutage, flirtet mit Ikonen, Diven und Grandseigneurs. Unvergessliche Evergreens von Gainsbourg, Salvador und Co ertönen, vorgetragen jedoch auch von frischen Stimmen aus der jungen Generation des Neochansons, parallel dazu werden spannende Seitenpfade in den Jazz oder ins Gipsy-Fach entdeckt. Die große Dame des Chanson, Juliette Gréco singt ihren emblematischen „Valse Brune“, die verführerische Jazzerin Madeleine Peyroux erweckt die „Javanaise“ aus Serge Gainsbourgs Feder zu neuem Leben. Der Piaf-Hit „Sous Le Ciel De Paris“ ist bei der Newcomerin Francesca Blanchard in guten Stimmbändern und der holländische Harmonikameister Martijn Luttmer nimmt sich des Michel Legrand-Soundtracks zum Musical „Die Regenschirme von Cherbourg“ an. In den Manouche-Swing geht es mit „Nany“ und Norbert Slama, der bereits vor sechzig Jahren an der Seite von Josephine Baker und der Piaf musiziert hat. Eine warmherzige und dynamische Revue mit ungewöhnlich beleuchteten Highlights und unentdeckten Tönen der französischen Seele.

 

Rupa & The April Fishes: Build

RupaDer Soundtrack einer neuen Rebellion

(02.11.2012)

Angesichts Occupy, arabischer Aufstände, Rebellionen der Minderheiten und Wutbürgertum scheint sich das zu bewahrheiten, was Martin Luther King einst forderte - die Revolution muss den ganzen Planeten erfassen. Rupa Marya reagiert darauf mit einem ganzen Album: Nach ihrem chansonesken, gypsy-haften Debüt Extraordinary Rendition und dem magischen, spanischsprachigen Este Mundo lotet die Indo-Amerikanerin aus San Francisco mit ihren April Fishes nun auf Englisch den Soundtrack einer in Turbulenzen geratenen Welt aus. Sie umarmt mit Reggae, psychedelischen Rock- und Bluestönen, Brasilanleihen, Manouche-Swing und zärtlichen Streichern globale Fragestellungen und den Kampf um Grundrechte genauso wie philosophische Intimitäten. Dem Leben zurückgeben, was dem Leben gehört – das ist Rupas Botschaft: Sie appelliert an die unverrückbaren, zeitlosen Werte der Erde, fernab vom Ausverkauf auf den Finanzmärkten, die sich selbst verschlingen. Rupa ruft den Aktivisten von der Wall Street über Chiapas bis hin zum Tahrir Mut zu, verewigt in Klangfetzen Occupy und die arabische Revolution. Sie erzählt vom Kampf lokaler Bevölkerung um Wasser gegen multinationale Konzerne.

Als Überraschung covert sie The Clash, „Guns Of Brixton“, das sie impulsiv und verletzlich zugleich in ihr Universum transformiert, unterstützt vom Rapper BLACK NATURE von den Sierra Leone’s Refugee All Stars. Doch Rupa spricht auf diesem engagierten Album nicht nur vom Globalen, sondern auch vom Persönlichen: Sie verknüpft den Tod von illegalen Grenzgängern bei Calexico mit dem Verlust geliebter Menschen aus ihrem Umkreis. Sie zelebriert in „Firewater“ einen unter die Haut gehenden Exorzismus für Opfer des Alkohols in Form eines bluesigen Lamentos. Mittendrin siedelt mit „Inheritance“ ein zartes, dann zackig-folkiges Wiegenlied, das die Frage aufwirft, wie Eltern unwissentlich Dinge an ihre Kinder weitergeben. Und auch die Gypsy-Ader des ersten Albums ist nicht versiegt, wie das turbulente „Like I Do“ mit der Band GAUCHO beweist.

Ist es zuviel behauptet, wenn wir Rupa mit ihrem dritten Opus auf den Spuren von Protestsängern wie Woody Guthrie, Joan Baez und Victor Jara sehen? Build kann als beherzter und engagierter Wurf dafür gelten, die lange Traditionskette von Rebellenmusik unter den politischen Vorzeichen des 21. Jahrhunderts fortzuführen.
 

Putumayo presents: World Yoga

YogaGlobaler Soundtrack (nicht nur) für die Yogastunde
(26.10.2012)

Die Verbindung von Yoga und Musik reicht 5000 Jahre zurück. Von Beginn der Yogapraxis an haben die spirituellen Führer mit Mantrarezitationen, religiösen Hymnen und Klangmeditationen gearbeitet, um sowohl ihren eigenen als auch den Geist ihrer Schüler zu besänftigen. Auch heute, wo Yoga sowohl in der kontemplativen Klausur wie auch auf dem Times Square ausgeübt wird und sowohl spirituell als auch ausschließlich sportlich sein kann, spielt Musik noch immer eine große Rolle, hat globale Züge angenommen, die nicht mehr an einen Kulturkreis gebunden ist. Gerade weil Yoga eine universelle Bewegung geworden ist, war es für Putumayo Zeit, diesem weltumspannenden Aspekt Rechnung zu tragen. Auf World Yoga, dem zweiten Release des bunten Labels zum Thema (nach dem 2010er-Album Yoga) wurden 15 entspannende Stücke von Tibet bis Wales, von Armenien bis Uganda gebündelt. Unter den Kontributoren finden sich Größen der meditativen Musik und Weltmusikstars, sowie viele Entdeckungen mit relaxten Kleinoden. Zusammengestellt für den Ablauf einer kompletten Yoga-Session hat sie der Yogi Sean Johnson, der sie auch in seinem Studio in New Orleans getestet hat. Sona Jobarteh, die erste Koraspielerin mit internationaler Geltung und Cousine von Toumani Diabaté lässt ihre ruhige Stimme genauso wie Sara Tavares und Geoffrey Oryema schweifen, die mit anrührenden Balladen die Weltmusiksektion vertreten. Ruhige Instrumentalklänge von Gitarren gibt es mit dem Belgier Quentin Dujardin und den Schweden von Tiny Island, als Oudspieler gesellt sich der Armenier Ara Dinkjian dazu. Mit Mantren sind das deutsch-britische Star-Paar der meditativen Musik, Deva Premal & Miten dabei, ebenso das Duo Mirabai Ceiba und der Kompiler Sean Johnson selbst mit seiner Wild Lotus Band. DJ Drez aus Los Angeles bringt ein wenig Elektronik mit, während 9Bach aus Wales der keltischen Spiritualität nachhorchen. Und die Tibeterin Kelsang Chukie Tethong, die schon für den Dalai Lama musiziert hat ist mit einem Gebet des Guru Rinpoche Padmasambhava zu hören. Von der Sammlung zu Beginn der Praxis über konzentrierten, dynamischen Flow bis hin zum tiefenentspannten Ausklang: World Yoga ist ein idealer Begleitsoundtrack für eine Yogastunde - und darüber hinaus eine wunderbare Kollektion relaxter Musik aus aller Damen und Herren Länder.

 
The Touré-Raichel Collective: The Tel Aviv Session
Raichel
Nahost-Star trifft Savannen-Held

(31.08.2012)

Zwischen der Savanne Malis und den Straßenschluchten Tel Avivs würde man nicht zwingend eine kulturelle Brücke vermuten. Doch wer die bündelnden Qualitäten des israelischen Superstars Idan Raichel kennt, weiß, dass der Rasta-Mann mit der lyrischen Ader schon so manche kulturelle Bande um die Welt geschlungen hat. Auf seinem neuen Werk haben er und Produzenten-Landsmann Yossi Fine ein Teamwork mit dem neuen Gitarrenhelden des Desert Blues, Vieux Farka Touré und Musikern seines Ensembles erprobt. Ergebnis: eine der bezwingendsten Akustiksessions der letzten Jahre. Die spontane Intensität hat der Scheibe aus dem Stand Vergleiche mit Talking Timbuktu eingebracht, dem legendären Werk von Tourés Vater Ali Farka und Ry Cooder. Im intimen Setting eines Wohnzimmerstudios spinnt das Touré-Raichel Collective in elf Stücken ein relaxtes und cooles Repertoire aus einem Traumland zwischen ruppiger Sahel-Pentatonik und nahöstlicher Melodiefülle.

Mal begeistert Vieux Farka Touré mit kunstvoll verzwirbelten Soli auf seiner Akustikgitarre, mal tritt Raichel mit seinen still perlenden Kaskaden auf dem Piano hervor, oder sie spielen sich in herrlich lockeren Dialogen die Bälle zu. Die unauffällige Grundierung von Fine und das knackende Kalebassenhandwerk von Kane bauen einen feinen aber dennoch stabilen Rahmen darum, leise Hintergrundchöre fügen eine magisch-andächtige Note bei, die auch mal durch eine preschende Rhythmik befeuert wird. Verfeinert wurde mit dezenten Gastauftritten wie den der äthiopischen Sängerin Cabra Casey, des Lautenspielers Yankele Segal, des dagestanischen Fiedelmeisters Mark Eliyahu und Frédéric Yonnet an der Bluesharp.

Dieses entspannte Gipfeltreffen zwischen einem Muslim und einem Juden ist ein fulminanter Einblick in die hohe Kunst intimen Konzertierens, beschwört zugleich Bilder von einer  sich wiegenden Karawane und der anmutigen Ruhe eines mediterranen Hains herauf.

 
Putumayo presents: Arabic Beat

Arabic BeatDer Soundtrack eines neuen Arabiens

(27.07.2012)

Der arabische Frühling ist in aller Munde und hat die Aufmerksamkeit der Welt von den Straßenprotesten und Umstürzen in Tunesien, Libyen und Ägypten auch auf die Jugend- und Popkultur der Länder von Marokko bis Syrien gelenkt. Schon lange vor den Revolutionen zeigte die sich als äußerst experimentierfreudig und ohne Berührungsängste mit HipHop, Electronica und Dub, suchte soundtechnisch den Schulterschluss mit Clubs von London bis Berlin und nutzte alle Kanäle der neuen Medien und sozialen Netzwerke. Auch wenn nicht verschwiegen werden kann, dass sich einige Musiker der modernen arabischen Popmusik trefflich mit den alten Unterdrückern arrangierten, hat die Mehrzahl von ihnen – sowohl vor Ort als auch im Exil – dazu beigetragen, dass das Barometer auf Wechsel steht und singt von Freiheit und Selbstbestimmung. Putumayo stellt einige der Protagonisten dieser Bewegung vor. Der Exilalgerier Djamel Laroussi erzählt im packenden Châabi-Stil von einer bitteren Liebesgeschichte, sein Landsmann Abdel Ali Slimani präsentiert einen Remix der Französin Veronica Ferraro und die Choubene-Brüder sowie Cheb Amar hieven von Paris aus den Rai ins 21. Jahrhundert. Aus Barcelona und Madrid künden Nour und der Watcha Clan von der glücklichen Verquickung arabischer Roots in die Mestizo-Szene.

Marokkos junge urbane Szene ist gleich vielfach dabei: Jalal El Hamdaoui zelebriert mit dem Reggada eine moderne Verknüpfung eines Berber-Kriegstanzes mit Pop, Ahmed Soultan führt vor, wie sich im zeitgenössischen Stil Nayda maghrebinische Wurzeln mit Soul kombinieren lassen. Samira Saeid gibt von Kairo aus ihre Visitenkarte als einer der größten Popstars des arabischen Kulturraums ab. Die charismatische Zein Al-Jundi schließlich kredenzt uns aus dem US-Exil heraus eine betörende syrische Liebesballade. Ob der arabische Frühling wirklich Früchte trägt, ist leider noch nicht entschieden. Doch diese Lieder aus Marokko, Algerien, Ägypten, Syrien und den exilarabischen Communities sprechen bereits seit langem die Sprache der Freiheit.

 
Sounds:

Neue EXIL Sounds u.a. von
Dissidenten & Jil Jilala, Brazilian Café, Midival Punditz, Novalima, Lal Meri, Italia, India, African Reggae

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